Proteste in Ägypten „Marsch der Millionen“
Tuesday, February 1st, 2011Proteste in Ägypten „Marsch der Millionen“ in Ägypten gegen Präsident Mubarak und sein Regime. Das ägyptische Volk will Präsident Mubarak und seine Regierung nicht mehr haben. Mit dem „Marsch der Millionen“ will die Bevölkerung Mubarak nun endlich dazu bringen, zurückzutreten.
Mehr als eine Million Menschen versammeln sich auf und um den Tahrir Platz, um beim „Marsch der Millionen“ zum Präsidentenpalast zu marschieren. Dort wollen sie gegen Präsident Mubarak protestieren und ihn zum Rücktritt bewegen. Bis spätestens Freitag soll das Staatsoberhaupt abdanken. Überall auf der Strecke zwischen dem Tahrir Platz und dem Präsidentenpalast sieht man Panzer und andere Militärfahrzeuge stehen.
Das Militär hat zugesagt, nicht auf die eigenen Landsleute zu schießen, so lange sie friedlich protestieren. Derweil versuchten einige Menschen mit Waffen sich unter die Menge von Demonstranten zu mischen, sie wurden jedoch von Kontrollposten, bestehend aus Militär und Freiwilligen, festgenommen.
In Deutschland hat Außenminister Guido Westerwelle heute Mittag im Fernsehen von Reisen nach ganz Ägypten dringend abgeraten. Aufgrund der instabilen Lage, die keinen Vorausblick zulässt, sollte man das Land in den nächsten Tagen nicht besuchen. Auch nicht in den derzeit ruhigen Touristengebieten am Roten Meer.
Zahlreiche Reiseveranstalter bieten bereits kostenlose Stornierungen und Umbuchungen gebuchter Reisen für Reisen bis 7. Februar 2011 an. Wer später nach Ägypten reisen möchte sollte sich mit seinem Reiseveranstalter in Verbindung setzen.
Schon gestern wurden Mitarbeiter deutscher Firmen, die eine Niederlassung in Ägypten betreiben, aus dem Pharaonenland ausgeflogen. Dazu gehören Mitarbeiter von BMW, Mercedes und dem Energiekonzern RWE. Zahlreiche ausländische Besucher warten an internationalen Flughäfen Ägyptens auf das nächste Flugzeug, um in die Heimat auszufliegen.
Obwohl seit Tagen eine nächtliche Ausgangssperre in Kairo, Alexandria und Suez verhängt ist treffen sich auch nachts immer mehr Demonstranten um sich für die nächsten Aktionen vorzubereiten.
In der letzten Nacht wurden Barrikaden rund um den Präsidentenpalast errichtet, die eine Stürmung des Gebäudes verhindern sollen. Auch hier sind Militärposten aufgestellt. Überhaupt hat die Ägyptische Regierung unter Mubarak alles Mögliche unternommen, um die Proteste, insbesondere diesen „Marsch der Millionen“, erst gar nicht stattfinden zu lassen. Erneut sind das Internet und teilweise auch die Handynetze gekappt worden. Der Bahnverkehr nach Kairo wurde weitestgehend unterbrochen. So sollte verhindert werden, dass Teilnehmer am „Marsch der Millionen“ in Kairo erst gar nicht in die Stadt kommen. Doch alle Bemühungen haben nichts genützt.
Wie der Fernsehsender Al Dschasira meldete, haben sich zwischenzeitlich zwei Millionen Menschen auf den Tahrir Platz und in die dorthin führenden Straßen eingefunden, um nach den Protesten der letzten Tage in Ägypten am „Marsch der Millionen“ in Kairo mitzuwirken. Und es werden ständig mehr. Aus allen Gesellschaftsschichten, in jedem Alter und mit verschiedenen Konfessionen, alle finden sich zum größten Protest in Kairo seit der Machtübernahme Mubaraks als Staatspräsident ein, um seinen Rücktritt zu erzwingen. Wird Mubarak jetzt endlich aufgeben?